Decomposed Subsonic - "Gradients"
Decomposed Subsonic verschweißt mit "Gradients" grandios Pop, Technik und Feiermentalität. Wir verlosen 5 Exemplare und haben reingehört.
Mit seinem zweiten Album auf Ware Records löst Hartmut Wessling nun das aus, was schon viele seiner Live-Acts im vergangenen Jahr bewirkten: Adrenalinschübe. Nachdem der Kölner mit seinem Debut nicht nur Künstler wie Matthew Herbert oder Richie Hawtin begeisterte, sondern auch einige mit seiner Singleauskopplung von "Blaue Löwen" unter neuem Namen vor den Kopf stieß, will das neue Album "Gradients" nur noch eins: Rocken. Darum ist nur noch wenig von den frickeligen Soundexperimenten übrig geblieben, was aber nicht bedeutet, dass die Techno- und House-Tracks weniger aufwendig produziert wären.
Neben Coloma hat der Soundingenieur mit Hang zum Perfektionismus auch die Sängerin von Bob Humid ins Studio eingeladen. Während er erstere in eine Maschine transformiert und die Stimme wie einen Androiden klingen lässt, schwebt Twila.Too in "Étoile Bleue" über den Geräten. Mit süßem französisch und Akustikgitarre wird hier liebevoll und ausgiebig dem Pop gehuldigt, um anschließend dann ordentlich das Gaspedal durchzudrücken.
Ob nun mit angezerrte Bassdrum oder mit digitalen Acidlines, Hartmut Wessling schüttet ausgiebig Endorphine in die Blutbahnen. Der Mann, der sich für das Ende seiner Liveacts immer ein frisches Hemd aufhebt, spart nicht an Techniktricks und pendelt sämtliche Beatfragmente aus.
"Gradients" verschweißt subtil und intelligent Pop mit Party mit Technik und ist einer der ausgeklügeltesten Ravekeulen bis dato. (mo.)
VÖ 04/2002
