Swayzak - "Dirty Dancing"
K7
Techno, so scheint es, ist in den letzten Jahren erwachsen geworden. Die Reduzierung auf das Wesentliche, die Erforschung der Sounds und der Hang zum Extremen wird nun scheinbar umgekehrt. Natürlich werden weiter minimalistische Tracks produziert, explorieren Produzenten und Sound-Nerds weiter den Klangkosmos, doch schaut man genauer hin, so bemerkt man einen größeren Hang zu Melodien, zu Song-orientierten Tracks und Vocals schlechthin. Wo der Glamour der Möchtegern-Bohemiens und die optischen Tatsachen der Mode schon eine Weile draufhinweisen, nämlich die 80er Jahre, manifestiert sich nun auch zunehmend immer mehr in den Tracks. Genannt seien z.B. DJ Hell und Gigolo Records, die Chicks On Speed, Zootwoman und jetzt auch Swayzak.
Auch wenn Swayzak vielleicht nicht wahrhaben wollen, folgen auch sie dem derzeitigen Trend, den bisher Fischerspooner auf die käsigste Art und Weise ausgelebt haben. Die Basis bilden 80er Sound-orientierte Melodien und ein gewisse Punk-Attitüde im Umgang mit der Sprache (und auch Technik). So entpuppem sich 7 von 10 Swayzak-Stücke als Vocal-Tracks mit internationalen SängerInnen.
Am gelungensten ist ihrer Ansatz zwischen 80er-Songs und Minimal-Techno im Track "Car Crash" und im Opener "Make up your mind". Trotz des ein oder anderen Ausrutscher formt sich hier ein Album, das mit seinen Tracks abwechslungsreich variiert und einige Minimal-DJ-Sets auflockern wird. Zwar kann man "Dirty Dancing" nicht als Überflieger bezeichnen, doch rocken die Tracks mehr als bodenständig. (mo.)
